Gerhart Hauptmann Schule

REALSCHULE IN WIESBADEN

Gerhart-Hauptmann-Schule, Manteuffelstrasse 12, 65197 Wiesbaden  |  T 0611-317318  |  F 0611-314981  |  Anfahrtskarte

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Viren 200Update 30.03.2020

 

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

 

an der GHS wird zunächst bis zum 19. April 2020 (Ende der Osterferien) kein Unterricht mehr stattfinden.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten Arbeitsmaterialien für zuhause durch die Klassenlehrer*innen.

Wir bitten Sie, liebe Eltern, dafür Sorge zu tragen, dass Sie bzw. Ihre Kinder mit den Lehrkräften kommunizieren können, damit sie die Aufgaben auch erhalten. Dies gelingt am besten per E-Mail. Daher bitten wie Sie, den Klassenlehrer*innen Ihre E-Mail Adresse und auch eine aktuelle Telefonnummer umgehend mitzuteilen. Die Arbeitsaufträge sollten sorgfältig erledigt werden. Die Ergebnisse, die von den Lehrer*innen kontrolliert werden, sind Bestandteil der Leistungsbewertung für dieses Halbjahr. Bitte helfen Sie Ihrem Kind dabei, geregelte und feste Arbeitszeiten für die Bearbeitung der Materialien zu finden und einzuhalten. 

Für Rückfragen bei den Lehrkräftenbeachten Sie bitte die folgenden Zeiten: Mo-Fr von 09.00-14.00 Uhr


Unser Sekretariat ist von Mo.-Fr. von 08.00 - 14.00 Uhr besetzt. Das Schulgebäude ist verschlossen. Wir bitten Sie daher, sich in dringenden Fällen oder im Falle der Notwendigkeit von Notbetreuung in den Osterferien zunächst telefonisch oder per E-Mail mit uns in Verbindung zu setzen. Tel.: 0611-317318 oder gerhart-hauptmann-realschule@wiesbaden.de

 

Die Schulelternbeiratssitzung wird verlegt auf Mittwoch, 06.05.2020 um 18.00 Uhr in der Mensa.

 

 

Ich wünsche uns allen, dass wir gesund bleiben!

 

Mit herzlichen Grüßen

Hildegard Pöppe, Schulleiterin


Gerhart Hauptmann

  Am 15. November 2012 wäre Gerhart Hauptmann 150 Jahre geworden!

 

Warum trägt unsere Schule den Namen „Gerhart Hauptmann“?

Ist das einfach so oder sind wir dem Namen irgendwie verpflichtet? Kann ein Dichter Leitbild für eine Schule und ihre Menschen sein?

1955/56 wurde unsere Schule mit dem Dichter in Verbindung gebracht. Sie hatte schon vorher andere Namen gehabt – unter anderem „Manteuffel-Schule“. Damit erinnerte sie an Ereignisse deutscher Geschichte vor allem in der Kaiserzeit; aus der Familie Manteuffel stammten bekannte Militärs Preußens und der beiden Weltkriege.

Zehn Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges waren nicht mehr militärische Vorbilder erwünscht. Man besann sich im Lande der „Dichter und Denker“ auf kulturelle Persönlichkeiten. Die Zeiten waren anders: 1953 erschütterte der Volksaufstand vom 17. Juni in der damaligen DDR die Republik; 1954 war Deutschland überraschend stolzer Fußball-Weltmeister geworden; 1955 erreichten in Tränen und Leidenschaft die letzten deutschen Kriegsgefangenen ihre veränderte Heimat. Man suchte nach neuer Orientierung.

 

Man glaubt es kaum: er kann auch lächeln!

1912 hatte Gerhart Hauptmann den Nobel-Preis für Literatur erhalten. Damit ehrte die Öffentlichkeit den Dichter und Schriftsteller, der im Kaiserreich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts mit vielen Gedichten, Essays, aber vor allem Theaterstücken Aufsehen erregt hatte: „Rose Bernd“, „Die Ratten“ , „Biberpelz“ , „Die Weber“ oder „Vor Sonnenuntergang“ und „Pippa tanzt“.

Man nannte ihn einen „Naturalisten“, weil er in dramatischer, oft tragischer, aber auch fast komödiantischer und romantischer Form die kleinen Leute, ihr Schicksal und Scheitern in den Vordergrund und Mittelpunkt der Darstellungen schob. Ihr Handeln wurde sichtbar vor den Umwälzungen der industriellen Revolution und der „Sozialen Frage“.

 

Der Bau des Eiffelturms oder der Untergang der Titanic erschüttern die damalige Öffentlichkeit in Europa. Das Leben der kleinen Leute kurz vor Beginn des Jahrhundert-Ereignisses „Krieg“ scheint davor zu verblassen. Aber überall war der Wandel spürbar – auch in der Kunst, Literatur oder Wissenschaft. Die Menschen waren gespannt. Die gesellschaftliche Analyse im Theater erzürnte zeitweise den deutschen Kaiser, Gerhart Hauptmann wurde verboten!Nach dem Krieg begann seine Bedeutung geringer zu werden, andere Dichter drängten in der Weimarer Republik nach vorne. Die historischen Erfahrungen sollten dramatischer werden: die „Golden Twenties“, die Wirtschaftskrisen von 1923 und 1929, der Übergang zur Diktatur und schließlich der 2. Weltkrieg. Hauptmann fand nicht immer eine klare Position zu den Ereignissen, die armen und kleinen Leute um die Jahrhundertwende blieben jedoch unvergessen und auch bis zu seinem Tode 1946 anerkannt (geb. 1862). Er hatte den Wandel aus seiner Sicht sozialkritisch kommentiert. Seine deutschen Nachfolger als Nobelpreisträger hatten vergleichbare Themen: Thomas Mann mit dem Verfall einer bürgerlichen Familie („Die Buddenbrooks“), Heinrich Böll und die deutschen Nachkriegszeit im Wirtschaftswunder, Günther Grass und seine Kindheit in Danzig (von 1936-1945, verarbeitet in der „Danziger Trilogie“) sowie Hertha Müller mit der Kritik an einem diktatorischen System in Rumänien. 1955/1956 – zehn Jahre nach seinem Tode ehrte man den Dichter und Nobelpreisträger in der Namensgebung. Und heute?

Die Stücke von ihm werden weniger aufgeführt, aber seine Menschen, die er uns zeigt, könnten auch heute leben in den Krisen und Konflikten unserer Zeit und Gesellschaft. Sie sind zeitlos! Sie sollten uns anspornen, aus der Kritik des Dichters zu lernen. Er würde uns verpflichten, Partei zu ergreifen für die „Verlierer“ und „Opfer“ der damaligen Zeit, auch gegen Protest und Verbot. Das ist aktuell und wäre Teil der Bildung für alle Schüler, die diese Realschule besuchen, einer Schulform, die im 19. Jahrhundert entstand, um die industrielle Revolution zu bewältigen zu helfen.

 

Gerhart Hauptmann, 15.11.1862 - 6.6.1946

   

Aktuelle Position